Schwalm-Eder-Kreis - freie Fahrt für alle Schüler!

02.08.2010 - Die Grünen Schwalm-Eder würdigen die Aktion der HNA, die Fahrtkosten für Kinder von Hartz-IV-betroffenen Familien mit Hilfe von Spenden zu finanzieren. Sie macht auf einen Missstand aufmerksam, den die Grünen schon seit langem anprangern. Sie fordern: "freie Fahrt für alle Schüler!" Die Spendenaktion kann leider nicht allen betroffenen Kindern auf Dauer helfen. Für den berechtigten Bedarf ist daher eine verlässliche, geregelte Unterstützung erforderlich. Die nun entfachte öffentliche Diskussion muss daher auch zu politischen Entscheidungen führen.

 

Dies umso dringender als das Problem nicht erst beim Wechsel in die Oberstufe anfängt, sondern direkt nach der Grundschule. Denn der Kreis übernimmt die kompletten Fahrtkosten nur bis zur nächstgelegenen weiterführenden Schule der entsprechenden Schulform.

 

Möchte zum Beispiel ein Kind aus Niedenstein, die Realschule in Fritzlar besuchen, erhalten die Eltern nur die Hälfte der Kosten erstattet, denn es gibt in Gudensberg eine Gesamtschule mit Realschulzweig. „Die Kosten werden auch nur auf einen Antrag hin übernommen. Viele Eltern kennen die umständliche Prozedur“, erläutert Bettina Hoffmann (Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen Schwalm-Eder). „Nach jedem Schulhalbjahr wird über die Lehrkräfte oder das Sekretariat an die Schüler ein Antragsformular ausgeteilt. Die Eltern müssen den Antrag ausfüllen, die abgelaufenen Fahrkarten beifügen oder andere Fahrtkosten begründet darstellen. Der Antrag wird anschließend in der Schule abgegeben, gegengezeichnet und an die Kreisverwaltung geschickt. Hier wird er geprüft, bearbeitet und das Geld endlich angewiesen. Eltern gehen demnach mindestens 6 Monate finanziell in Vorleistung. Erstattet bekommen sie ohnehin nur die Hälfte der Kosten. Den Rest zahlen sie selbst. So kommen schnell mehrere hundert Euro im Jahr zusammen. Andererseits arbeiten viele Personen an jedem Antrag: LehrerInnen, MitarbeiterInnen des Schulsekretariats, Eltern und Verwaltungsangestellte des Kreises. Da stellt sich die Frage, ob das wirtschaftlich ist oder ob ein einfacheres pauschaliertes System dazu führen könnte, bei gleichen Kosten möglichst vielen Kindern freie Fahrt zur Schule zu erlauben“. „Freie Schulwahl ist gerade auf dem Land ein wichtiger Aspekt. Nur so bleibt die Region attraktiv für junge Familien“, ergänzt Andreas Gründel (Grüne Kreistagsfraktion).

 

"Landrat und Kreisausschuss sind aufgefordert, das gängige Verfahren schnellstmöglich zu überprüfen und Verwaltungskosten zu sparen", fordert der Kreisverband der GRÜNEN. So könnten Mittel in kostenlose Schülertickets investiert werden. Kultusministerin, Frau Hessler, ist am Zug eine gerechte Lösung für die Situation beim Übergang in die Oberstufe zu finden. Hier sind dem Kreis die Hände gebunden. Andere Bundesländer machen vor, wie es besser geht.

 

Dr. Bettina Hoffmann v.i.S.P.



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