30.07.08 - Tour de Natur, die längste Demonstration Deutschlands für eine nachhaltige und soziale Verkehrspolitik, kam nach Treysa. Rund 100 TeilnehmerInnen sind seit einigen Tagen von Gießen nach Magdeburg unterwegs.
An der Stelle, wo sich nach Planungen der Autobahnfetischisten zukünftig die A 49 und die A 4 kreuzen sollen, wurden die rund 100 Demonstranten von Mitgliedern und MitstreiterInnen der Initiative "Schwalm ohne Autobahn" an einem selbst gebauten Autobahnkreuz empfangen.
Die A 49 ist noch nicht gebaut und schon droht der Schwalm ein weiteres Autobahnprojekt. Getreu dem Motto "Todgesagte leben länger" verdichten sich die Anzeichen, dass die Verkehrsplaner auch die A 4 quer über das Rothaargebirge noch nicht aufgegeben haben. Schon zu Jahresbeginn 2007 wurde eine sogenannte Machbarkeitsstudie der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin werden mögliche Trassen für die A 4 diskutiert. Während für den größten Teil des Planungsraumes zwischen Olpe und A 7 mehrere Varianten im Raum stehen, steht der Standort des Autobahnkreuzes mit der A 49 als Fixpunkt für die weitere Plankonkretisierung schon fest: Es soll zwischen den Schwalmstädter Ortsteilen Florshain und Wiera entstehen.
Der Zwischenstopp der "Fahrradtour für eine nachhaltige Verkehrspolitik und Lebensweise - Tour de Natur" in Höhe des geplanten Autobahnkreuzes will auf die fragwürdige Zukunftsperspektive von Schwalmstadt als Kreuzungspunkt internationaler Fernstraßen deutlich machen. "Wir bekommen dann nicht nur den LKW-Transitverkehr zwischen Kopenhagen und Mailand, sondern auch zwischen Antwerpen und Moskau", stellt Jörg Haafke der Stellvertretende Vorsitzende von Schwalm ohne Autobahn fest. Die Initiative Schwalm ohne Autobahn unterstützt die bereits zum 19. Mal durchgeführte, längste Fahrrad-Demo durch Deutschland und stellt für den Zwischenstopp auf der B 454 am Stadtrand von Treysa ein blaues Kreuz mit einem Durchmesser von ca. 6 m zur Verfügung. Mit dem blauen Kreuz soll der ungefähre Standort des geplanten Autobahnkreuzes und die Lage der späteren Querung des Wieratales durch die Autobahn symbolisiert werden.
"Allein die Fläche für die Fahrspuren eines Autobahnkreuzes würde locker die Fläche eines durchschnittlich großen Schwälmer Dorfes beanspruchen", erläutert Jörg Haafke weiter. Die Lärm- und Schadstoffimmissionen würden nach Ansicht der Autobahngegner weit in das Schwalmland hinein reichen. "Wir bekommen Lärm und Gestank, während ein wirtschaftlicher Nutzen für die Region aufgrund der geplanten Lage der Autobahnausfahrt ausbleiben dürfte, weil die daraus resultierende Nähe zum Standort Hephata und auch die hügelige Geländestruktur zwischen Frankenhain und Florshain kaum die Ausweisung großflächige Gewerbegebiete zulässt", fasst der Sprecher von Schwalm ohne Autobahn die Einschätzungen der Initiative zusammen.
Der Fahrrad-Konvoi von "Tour de Natur" setzt seine Fahrt von Treysa aus durch das Schwalmtal in Richtung Borken fort. Die Fahrradtour ist betont familienfreundlich und lädt auch für einzelne Etappen zur Mitfahrt ein. Nach der 13. Etappe endet die Fahrrad-Demo in diesem Jahr am 9. August in Magdeburg.



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