11.03.2013

"FÜR EINE NEUE HALTUNG - ARTGERECHT STATT MASSENHAFT" Grüne fordern "Regionales Entwicklungskonzept Landwirtschaft"

Spätestens seit Wiesenhof Sponsor von Werder Bremen werden wollte und die Fans sich darüber empört haben, weiß jeder, dass die Massentierhaltung von Geflügel im Emsland, in Cloppenburg und Vechta zu Hause ist. Auch im aktuellen Skandal um falsch deklarierte Eier steht die Region wieder im Fokus.

Still und leise ist die Welle aber mittlerweile auch hier in Hessen angekommen. In den letzten Jahren sind über eine Million neue Mastplätze entstanden. 40.000 Hähnchen pro Stall oder sogar 79.000 sind keine Seltenheit mehr. Alle sechs bis acht Wochen wird die Belegschaft ausgetauscht. Das macht locker pro Stall 500.000 Tiere im Jahr. Alles subventioniert mit Fördermitteln.

Es ist vielleicht bei uns noch nicht so dramatisch wie in Niedersachsen oder anderswo,  aber der Trend zu einer Industrialisierung der Tierhaltung ist auch in Nordhessen da. Das hat negative Folgen für unsere Gesundheit, Umwelt und für den Natur- und Tierschutz. Über 90 Prozent der VerbraucherInnen wollen sie nicht. Jeder neue Skandal verunsichert die Menschen mehr.

"Es geht uns nicht darum den Bäuerinnen und Bauern die Verantwortung dafür zu geben. Nein, sie sind genauso Teil dieses Systems wie wir VerbraucherInnen", erläutert Hermann Häusling (Vorstandssprecher).

Die Grünen Schwalm-Eder plädieren für eine neue Haltung. Das dokumentieren sie mit der Informationsveranstaltung ihrer Bundestagsfraktion in Wabern:

"FÜR EINE NEUE HALTUNG - ARTGERECHT STATT MASSENHAFT".

Der Veranstaltungssaal platzte fast aus allen Nähten. Mehr als 100 BürgerInnen  waren gekommen.

Aber es soll weiter gehen.

"Wir wollen kein Landsitz für Hühnerbarone, kein Versuchsacker für Genmais und kein Misthaufen anderer Bundesländer sein. Wir wollen keine A49, die zum Chicken-Highway wird, und keine riesigen Maisplantagen für große Biogasanlagen! Wir wollen eine Landwirtschaft im Einklang mit dem Wohl von Mensch und Tier und hoher biologischer Vielfalt in einer intakten Kulturlandschaft.", so Bettina Hoffmann als Vorstandssprecherin.

Aktuell werden die Weichen gestellt für die weitere Entwicklung der Region. Manches wird unumkehrbar sein. "Daher fordern die Grünen ein Regionales Entwicklungskonzept Landwirtschaft für den Kreis und Nordhessen", führt Hoffmann weiter aus und verlangt: "Bevor weitere Ställe gefördert und genehmigt werden, müssen die BürgerInnen der Region beteiligt werden. Wir fordern einen Runden Tisch mit Verbrauchern sowie VertreterInnen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden, Förderbehörden u. a. relevanten Gruppen!"

 

Dr. Bettina Hoffmann

Vorstandssprecherin

Bilder: Jörg Warlich und Andreas Gründel

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Martin Häusling, MdEP, Prof. Dr. Uwe Rösler, Freie Uni Berlin, Dr. Bettina Hoffmann, Vorstandssprecherin, Michael Rothkegel, BUND, Nicole Maisch, MdB, Friedrich Ostendorff, MdB
Das Thema Massentierhaltung interessierte viele Bürger
Im Podium Peter Voss-Fels, Hessischer Bauernverband e.V., Martin Häusling
Dr. Bettina Hoffmann begrüßte die Referenten und Gäste
Es gab viele Fragen aus dem Publikum.
Nicole Maisch führte durch die Diskussion.
URL:http://www.gruene-schwalm-eder.de/presse/expand/452826/nc/1/dn/1/