11.09.2013

Energiewende unumkehrbar machen – Besuch und Talk mit MdEP Rebecca Harms und MdEP Martin Häusling

Bild mit Rebecca Harms, Martin Häusling, Hermann Häusling, Marcel Breidenstein und Dr. Bettina Hoffmann im Garten der Alten Pfarrei Niederurff.

Rebacca Harms, MdEP, besuchte am Freitag, den 06.09.2013 zusammen mit ihrem Parlamentskollegen Martin Häusling den Kellerwaldhof, die Obermühle in Bad Zwesten, wirkte an lokalen Straßenaktionen mit, bevor sie in einer Talkrunde in der Alten Pfarrei in Niederurff zum Thema Energiewende mit Jochen Riege (Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll eG) und dem Ingenieur Ernst Träbing und anderen Gästen diskutierte.

Rebecca Harms stellt den langen und mühsamen Weg des Atomausstieges dar und mahnte an, den Weg energisch zu verteidigen und die Umstellung auf die Erneuerbaren besser zu organisieren. Im Mitgliedsstaat Deutschland wird beides – der Ausstieg, wie der Ausbau der Erneuerbaren sehr zögerlich betrieben, von der Seite der EU-Kommission gibt es sogar eine Subventionierung neuer Krenkraftwerke. Am Beispiel von Repowerring bestehender Windkraftanlagen wird deutlich, wie schleppend die bestehenden Genehmigungsverfahren sind. Aber auch die Nutzung der Wasserkraft und der Biomasse im großen Stil bergen Konflikte mit dem Naturschutz der Wasserwirtschaft.

Beide Mitglieder des Europäischen Parlaments stellten klar, dass das erfolgreiche EEG angepasst werden muss, aber nicht so, wie es von der Bundesregierung mit der Quotenregelung vorgesehen ist, sondern mit einer starken Minimierung der Ausnahmetatbestände, mit einer Neuausrichtung der Vergütung und vielleicht auch mit einer Beteiligung der Erzeuger an dem Unterhalt und Ausbau des Leitungsnetzes. Deutschland muss die Chance endlich nutzen, in der Energiewende die Vorreiterrolle zu übernehmen und somit auch in anderen europäischen Mitgliedsstaaten zu wirken.

Klar ist auch, dass es einen langen Atem braucht, den gesellschaftlichen Konsens der Energiewende zu festigen und handwerklich konkret um zusetzen. Die Kosten der Energiewende werden in der allgemeinen Diskussion häufig asymmetrisch und ohne Bezug auf die steigenden Kosten des fossilen Weges dargestellt.

Jochen Riege stellte eine Energiegenossenschaft vor, die es den Bürgerinnen und Bürgern erlaubt, sich mit Anteilen an Projekten der neuen Energieerzeugung zu beteiligen. Dr. Bettina Hoffmann, die die Talkrunde moderierte, wies auf das Vorhaben der Rekommunalisierung des Energieversorgungsunternehmens e.on-Mitte hin. Zudem haben 9 Kommunen kürzlich die Fulda-Eder-Energie gegründet, die die Energieversorgung der 60 000 Bürgerinnen und Bürger selbst organisieren wollen.

Andreas Gründel

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