04.11.2013

Hohe Stickstoffbelastung aus der Landwirtschaft in deutschem Grundwasser

Die EU-Kommission legte kürzlich einen Bericht über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie zum Schutz der Gewässer in den Mitgliedsstaaten vor. In der Richtlinie geht es darum, durch geeignet Schritte durch das Nitrat aus den landwirtschaftlichen Quellen verursachte Gewässerverunreinigungen zu reduzieren. Hintergrund ist der Schutz des Grundwassers, das für die hochwertige Nutzung als Trinkwasser zur Verfügung stehen soll und die Verminderung der Nährstoffbelastung in den Flüssen. Hohe Viehbestände und der Einsatz mineralischer Düngemittel stellen eindeutig die Hauptbelastung für Grund- und Oberflächenwasser dar.

Die Mitgliedsstaaten betreiben umfangreiche Überwachungsnetze, um die Entwicklung der Wasserqualität fest zustellen. De Bericht der EU-Kommission kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass in Deutschland nebst zwei weiteren Mitgliedsstaaten die niedrigste Dichte an Messstellen verfügt und in Deutschland und Malta die höchsten Nitrat-Konzentrationen festgestellt wurde. 50 % der Probenahme stellen in Deutschland liegt über den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, der in der für die Verwendung als Trinkwasser gilt. Während die Nitrat-Konzentrationen der Flüsse zwar günstigere Daten aufweisen, so macht die Tatsache bedenklich, dass die größte Stickstoffbelastung der Fließgewässer aus dem Nitrat-belasteten Grundwasser stammt. Zudem wird in die Küstengewässer der Nordsee noch immer zu hohe Stickstofffrachten eingetragen.

Der jüngste Bericht zeigt, dass noch dramatisch viel zu tun gibt, um den Schutz des Grundwasser, der Weser und der Nordsee zu gewährleisten. Für die GRÜNEN gehört hierzu:

  • Ein angemessener Viehbestand anstelle von Massentierhaltung
  • Eine Begrenzung der Ausbringung von Dünger mit Grenzwerten für Stickstoff und Phosphor
  • Eine Regelung für das Ausbringen von Gülle und organischen Dünger
  • Ein maßvoller Anbau von Energiepflanzen für die Biogasanlagen
  • Ein ausreichendes Monitoring zur Überwachung des Grundwassers

Eine Ausrichtung der Landwirtschaft auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Betriebsweise mit Weitblick für das Grundwasser, die Weser und die Nordsee ist unerlässlich.

Andreas Gründel

V.i.S.d.P.



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