Na, denn Prost: Ackergift Glyphosat nun auch im Bier

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bewerten die Pläne von EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis das Herbizid Glyphosat jetzt eilig zuzulassen als „hochproblematisch“. Die Neuzulassung soll nun offenbar schneller entschieden werden als bisher geplant. Ursprünglich sollte darüber Mitte des Jahres entschieden werden. Nun zeichnet sich ab, dass die Neuzulassung wohl unter dem Druck von Monsanto und Co Anfang März rasch über die Bühne gebracht werden soll.

Der zuständige agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion Martin Häusling aus dem Schwalm-Eder-Kreis:

"Die EU-Kommission verstößt gegen das Vorsorge-Prinzip. Sie wirft alle Bedenken von Wissenschaftlern über Bord und schlägt eine uneingeschränkte Verlängerung der Zulassung für die kommenden 15 Jahre vor. Das meist verwendete Pestizid gilt als gesundheitsschädlich und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Kommission hat offenbar nicht die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Blick, sondern die Interessen der Agrarindustrie wie die des Herstellers des Pestizids Monsanto.

Sogar die schon sehr vorsichtigen Bedenken der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA berücksichtigt die EU-Kommission in ihrem Vorschlag nicht. Die EFSA hatte immerhin auf die negativen Folgen für Biodiversität hingewiesen. Die EU-Kommission schlägt diese Bedenken in den Wind und will Glyphosat weitgehend ohne Mengen- oder Anwendungsbeschränkung erlauben.

Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten müssen dem einen Riegel vorschieben und sich gegen die Verlängerung der Zulassung aussprechen."

„Bevor solch eine Entscheidung zur fast uneingeschränkten Nutzung für 15 Jahre getroffen wird,  müssen eventuelle Risiken für Umwelt und Gesundheit gründlich untersucht und geprüft werden.“, erklärt die Sprecherin der GRÜNEN, Dr. Bettina Hoffmann. „Es kann nicht sein, dass das Bundesinstitut zur Risikobewertung die Angelegenheit klein redet, obwohl namhafte Forscher vor Gefahren warnen“.

„Eine Zulassung unter Zeitdruck  verbietet sich bei diesem sensiblen Thema und diesem hochumstrittenen Herbizid. Immerhin wurde es in Milch, Brot und aktuell sogar im Bier in erheblichen Konzentrationen nachgewiesen“, zeigt sich Hermann Häusling, Sprecher der Grünen Schwalm-Eder, entsetzt.

DIE GRÜNEN weisen darauf hin, dass sie die einzige Partei sind, die sich seit Jahren gegen den Einsatz von Glyphosat wendet. In Hessen wurde bereits auf die möglichen Risiken von Glyphosat reagiert. Umweltministerin Priska Hinz hat per Erlass mit einer strikten Einschränkung zur Anwendung im öffentlichen Raum reagiert. Dazu Hoffmann: „Viel zu oft wird immer noch sogar im privaten Bereich auf Totalherbizide zurückgegriffen, obwohl es umweltverträgliche Alternativen gibt. Wir müssen dringend zu einer Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln kommen.“

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