Sachstand Schulsozialarbeit

25.03.2010 - Die Schulsozialarbeit ein ganz wichtiger Baustein für die Erfüllung des umfassenden Bildungsauftrages. An vielen Schulen herrschen jedoch ein rauhes Klima und ein hohes Maß an Konflikt- und Gewaltpotenzial, sodass zunächst erst einmal eine befriedigende Unterrichtssituation hergestellt werden muss, bevor der Unterrichtsstoff erfolgreich vermittelt werden kann. Hierzu ist ein hohes Maß an Sozial- und Beziehungsarbeit notwendig, die von dem vorhandenen Lehrpersonal kaum geleistet werden kann. In diesem realen Schulalltag leisten Sozialarbeiter an den Schulen eine gute Unterstützung im Bereich der Sozial- und Konfliktkompetenz. Daher setzt sich die GRÜNE Kreistagsfraktion vehement dafür ein, die Schulsozialarbeit an möglichst vielen Schulen einzurichten.

Nach dem erfolgreichen Modell der Drittelfinanzierung von Land Hessen, Landkreis und Kommune existiert derzeit an 8 Schulen im Schwalm-Eder-Kreis eine Schulsozialarbeit. In den Fachausschuss wurde die Notwendigkeit vielfach bestätigt. Daher war ursprünglich der Ausbau der Schulsozialarbeit an 11 weiteren Schulen für ab dem Schuljahreswechsel in 2010 vorgesehen. Hierfür sind Finanzmittel seitens der Kommunen und des Landkreises eingestellt.

Mit dem Wechsel der Landesregierung und der Übernahme des Kultusresort an die FDP und an Frau Henzler kam völlig überraschend die Wende in der Sache der Schulsozialarbeit. Nicht dass sie den Ausbau nicht mit verfolgte, nein sie warf das Modell ihres Vorgängers Banzer über den Haufen und kündigte die bis zum 31.Juli 2010 geltende Verträge mit den Schulsozialarbeitern. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderung und im Hinblick auf die soziale Verantwortung gegenüber der jungen Generation ist dieser Schritt unverantwortlich.

Seitens der GRÜNEN-Kreistagsfraktion haben wir vor dem gänzlichen Scheitern der Schulsozialarbeit gewarnt und haben Konzepte angeregt, wie der Status quo zunächst gerettet und dann weiter ausgebaut werden kann. Ein Vorschlag ging in die Richtung, das Projekt durch die finanzielle Übernahme ähnlich abzusichern, wie das Frauenhaus während des sozialen Kahlschlages der Landesregierung in der Operation düster Zukunft. In den Vermittlungsbemühungen trotz der schwierigen Lage eine positive Perspektive zu gewinnen, besteht derzeit darin, die Konzepte der Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen, da dieses von Seiten des Kultusministerium akzeptiert wird. Dieses Konzept ist aber mit Haken und Ösen versehen und erscheint im Vergleich zum Schwalm-Eder-Kreis-Modell umständlich, komplex und wenig erfolgreich. Zunächst müssen freie Stellen an den Schulen verfügbar sein, die Schulkonferenz muss darüber befinden, da die Mittel aus der Lehrerzuweisung stammen. Weiterhin werden nur Jahresverträge akzeptiert und die Stelleninhaber sollen auf zwei Lohnsteuerkarten arbeiten, wobei das Staatliche Schulamt sich nicht als Anstellungsträger sieht.

Die GRÜNEN-Fraktion fordert vom Kreisausschuss umgehend eine tragfähige Vorlage über die künftige Schulsozialarbeit an den Schulen des Landkreises, damit zunächst eine Fortsetzung und perspektivisch auch der Ausbau der Schulsozialarbeit möglich sind.

Andreas Gründel



zurück

URL:http://www.gruene-schwalm-eder.de/schule-und-bildung/expand/299802/nc/1/dn/1/