Besuch von Tarek Al-Wazir und Mitgliedern der Kreistagsfraktion im Familienhaus Neuenbrunslar in Felsberg

„Gemeinsames Leben und gemeinsames Lernen“ ist das Motto der Grundschule am Kirschberg in Felsberg-Neuenbrunslar, sowie der Kindergärten in Neuenbrunslar und Böddiger. Alle Bildungsorte sind miteinander verzahnt und werden von einem Verein Familienhaus Neuenbrunslar e. V. gemeinsam mit der Stadt Felsberg, der Grundschule und den örtlichen Vereinen koordiniert. Die Auszeichnung des Landes Hessen und der Karl Kübel-Stiftung als „Lernort der Zukunft Hessen 2012“ veranlasste den Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN-Landtagsfraktion, Tarek Al Wazir, die Grundschule am Kirschberg in seine Sommerreise mit einzubeziehen und vor Ort sich über modellhafte Bildungskonzept zu informieren.begeistert und wünschten sich ein solches Bildungsangeboten an möglichst vielen Orten in Hessen. 

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25.03.2010 - Die Schulsozialarbeit ein ganz wichtiger Baustein für die Erfüllung des umfassenden Bildungsauftrages. An vielen Schulen herrschen jedoch ein rauhes Klima und ein hohes Maß an Konflikt- und Gewaltpotenzial, sodass zunächst erst einmal eine befriedigende Unterrichtssituation hergestellt werden muss, bevor der Unterrichtsstoff erfolgreich vermittelt werden kann. Hierzu ist ein hohes Maß an Sozial- und Beziehungsarbeit notwendig, die von dem vorhandenen Lehrpersonal kaum geleistet werden kann. In diesem realen Schulalltag leisten Sozialarbeiter an den Schulen eine gute Unterstützung im Bereich der Sozial- und Konfliktkompetenz. Daher setzt sich die GRÜNE Kreistagsfraktion vehement dafür ein, die Schulsozialarbeit an möglichst vielen Schulen einzurichten.

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Bildung weiter Denken!

Bildung entscheidet über die Chanchen zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. Sie muss allen Menschen - unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sozialem Status der Eltern - zugänglich sein.

Bildung ist mehr als Faktenwissen. Jedes Jahr wächst die Menge verfügbaren Wissens um ein Vielfaches. Deshalb wir der Erwerb von Methoden zur sinnvoll gefilterten Wissensaneignung immer wichtiger. Neben der Vermittlung von Wissen und Methoden haben Schulen und Eltern die Aufgabe, Kinder in ihrer Entwicklung zu sozial kompetenten und selbstständigen Persönlichkeiten zu unterstützen.

Schulen sollen selbst bestimmen

Der Schlüssel zu mehr Qualität liegt in den einzelnen Schulen, wenn sie finanziell und personell gut ausgestattet sind. Ständig neue bürokratische Vorgaben aus dem Kultusministerium überfordern die Schulen und halten sie von ihrer eigentlichen Aufgabe, der bestmöglichen Förderung unserer Kinder, ab.

Kleine Füße - Kurze Wege

Wir GRÜNEN Schwalm-Eder wollen kreative Lösungen zum Umgang mit rückläufigen Schülerzahlen statt Schulschließungen. Alternativen zu starren Richtgrößen und Schulzweigschließungen sind jahrgangsübergreifender Unterrricht und schulformübergreifende Bildungsangebote. In unserem Landkreis muss ein wohnortnahes und qualitativ hochwertiges Schulangebot sichergestellt werden. Hierzu zählt auch ein gutes und verlässliches Betreuungsangebot mit Mittagstisch für unsere Kinder.

Hier erfahren Sie mehr zu Schule und Bildung aus GRÜNER Perspektive: 

www.wir-gestalten-schule.de

GRÜNE Perspektive der Bildungslandschaft

24.09.07 - Anlässlich des Antrages der CDU/FDP-Fraktion im Kreistag wurden die Visionen der Bildungspolitik klar und deutlich. Der GRÜNEN-Beitrag zu dieser Schuldebatte im Kreistag im Wortlaut:

"Dieser Antrag über die lokale Bildungssituation in den Schulen überrascht nicht. Er taucht stets vor wichtige Wahlen wieder auf. Zuletzt vor der Kommunalwahl zur Sitzung am 20.März 2006. Damals wurde unter dem Titel Erhalt der Schulvielfalt gegen den unklaren Begriff einer Zwangseinheitsschule opponiert, heute heißt es im Titel Keine Zwangseinheitsschule und im Text findet sich der Erhalt der regionalen Schulvielfalt.
Aber ich habe keine Bange, dass der Kreistag dies beschließen wird, denn die überwiegende Mehrheit des Kreistages ist wie ein Großteil der Schülerinnen und Schüler, wie Lehrer und Elternschaft mit der Bildungspolitik des Landes überhaupt nicht einverstanden. Auch die Bevölkerung denkt so: aus einer repräsentativen Umfrage zur Situation von Hessens Schulen sind 71 % der Meinung, dass sich die Situation nach acht Jahren Schulpolitik von Karin Wolff verschlechtert hat oder zumindest nicht gebessert hat.

Dies ist das Fazit einer unglücklichen Bildungspolitik im Lande Hessen, die leider viele Facetten gewonnen hat. Hier seien drei Beispiele genannt:
Punkt 1: Die neue Schulgesetznovelle mit Richtgrenzwerten und Mindestklassengröße hat nicht nur zu unvernünftig großen Klassen und zur Bedrohung kleiner Schulstandorte geführt, sondern sie hat auch die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen erschwert.
Punkt 2: Die Einführung der Unterrichtsgarantie Plus hat erhebliche Mängel hinsichtlich der Qualität für die Schülerinnen und Schüler und weist bürokratischer Probleme für die Schulen auf. Darauf haben nicht nur die Schulkommunen, sondern auch die Gremienvertretungen der Schüler und Lehrer sowie Landeselternbeirat hingewiesen.
Punkt 3: Die wenig entwickelte, aber schon eingeführte Schulverwaltungssoftware LUSD hat bei vielen Schülern Verwirrungen gestiftet und für viel Ärger in den kommunalen Sekretariaten der Schulen gesorgt. Da von dem Chaos auch die Schulträger betroffen sind, haben wir heute korrekterweise auch einen Eilantrag zu diesem Thema vorliegen.
Hessen ist kein Bildungsland Nr. 1 - es ist besten falls im Mittelfeld - meist jedoch im unteren Drittel. Es erscheint klar, dass ein Weiter so mit der Schulpolitik in Hessen nicht geben sollte und die Chance ist da, für neue Mehrheiten im Landtag zu werben.
Aber die notwendige Kurskorrektur kann nicht bedeuten, an den Schulen alles auf den Kopf zu stellen. Die Schulen brauchen Verlässlichkeit, um sich auf ihre Arbeit konzentrieren zu können. Und an dieser Stelle ist auch ein positiver Ansatz im Antrag zu erkennen: der Erhalt der regionalen Schulvielfalt im Landkreis.

Das GRÜNE Bildungskonzept sieht vor, die einseitige Ausrichtung auf die Auslese im dreigliedrigen Schulsystem zu beenden und eine echte Wahlfreiheit zu schaffen.
Wer eine Schule nach Vorbild des PISA-Siegerlandes Finnland besuchen will, soll dies endlich tun können. Dieses Konzept der Neuen Schulen wird in der Spitze, in der Breite und bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern zu besseren Ergebnissen führen.

Die Neuen Schulen zeichnen sich durch folgende inhaltliche und qualitative Weiterentwicklung des schulischen Angebotes aus:

(1) Alle Abschlüsse an einer Schule (Sekundarstufe 1 u. allg. Hochschulreife)
(2) Länger gemeinsam lernen in der Regel bis Klasse 9 / 10
(3) Keine Klasse mit mehr als 25 Schülerinnen und Schüler
(4) Bedarfsgerechte Ganztagsangebote und
(5) individuelle Förderung statt Querversetzung und Sitzenbleiben.

Ob die bestehenden Schulstrukturen zu den Neuen Schulen weiter zu entwickeln sind, sollte nicht von oben entschieden werden. Diese Entscheidung soll bei der Schulgemeinde und beim Schulträger liegen. Somit sollten wir keinen Schulstreit auf höchster Ebene führen, sondern die Betroffenen vor Ort in den Kommunen entscheiden lassen, wie aus ihrer Sicht eine echte Vielfalt der Schulen aussehen soll."

Der CDU/FDP-Antrag wurde mit Stimmen von GRÜNEN, SPD und FWG abgelehnt.

Andreas Gründel

Kreistag beschließt den Klageweg zur Standortsicherung kleiner Schulen

12.02.07 - Mit Erlass vom 27.12.2006 genehmigte das Kultusministerium den Schulentwicklungsplan des Schwalm-Eder-Kreises für die allgemeinbildenden Schulen 2005 bis 2010 mit folgenden Auflagen:

Zusammenfassung der Grundschulen Schwalmstadt-Wiera mit Eckhard-Vonholdt-Schule Schwalmstadt-Treysa; Grundschule Willingshausen mit Willingshausen-Merzhausen, Grundschule Schwalmstadt-Niedergrenzebach mit Grundschule Schwalmstadt-Ziegenhain und die Grundschulen Neukirchen, Seigertshausen, Riebelsdorf und Schwarzenborn jeweils zu zwei Verbundschulen.
Darüber hinaus sind die Förderstufen in Wabern, Morschen, die Hauptschule in Oberaula aufzuheben. Der Unterricht der Hauptschule Knüllwald-Remsfeld darf nur aufgenommen werden, wenn mindestens 17 Schüler in der Klasse 7 angemeldet sind.

Der Kreisausschuss hat im Kreistag einen Antrag eingebracht, diesen Bescheid vor dem Verwaltungsgericht zu beklagen. Zu diesem Antrag hat die Bündnisgrüne Kreistagsfraktion den folgenden Redebeitrag, den Andreas Gründel vortrug, gehalten. Der Antrag des Kreisausschusses wurde mit den Stimmen von GRÜNEN, SPD, FWG gegen die Stimmen von CDU und FDP angenommen:

"In der Verantwortung für ein zukunftorientiertes, wohnortnahes und modernes Bildungswesen hat der Kreistag im September 2005 einstimmig den Schulentwicklungsplan verabschiedet. Dieser Beschluss ist hoch zu würdigen, da er in eine Zeit fiel, in der das hessische Schulgesetz novelliert wurde, deren neue Inhalte mit Richtgrenzwerten und Mindestklassengröße die überwiegende Mehrheit des Kreistages aus gutem Grund ablehnt.

In der Zwischenzeit erreichten uns viele Erlasse des Kultusministeriums, die mit Auflagen verbunden waren, die nicht mit der Zielsetzung unseres Schulentwicklungsplans übereinstimmt. Von der obersten Schulbehörde wurde gegen den Elternwille über die Schließung von Förderstufen in einer Nebenbestimmung und über die Schließung von kleinen Grundschulen in der Hauptsache verfügt.

Nun ist der Erlass nach 15 Monaten endlich da und sieht in der Genehmigung mit Einschränkungen und Auflagen vor, die noch in diesem Monat um zusetzen sind und verlangt zudem noch eine um ein Jahr verkürzte Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes.

Unabhängig von der fachlichen Bewertung der erteilten Auflagen ist die Umsetzung des Erlasses praktisch kaum möglich, wenn ein ausreichendes Beteiligungsverfahren durchgeführt werden soll, wie es bei der Aufstellung des Schulwicklungsplanes vorbildlich der Fall gewesen ist. Diese umfassende Beteiligung ist aus meiner Sicht auch diesmal notwendig, denn als Volksvertreter sollten wir uns schon das Votum der Eltern, Lehrer und Schüler einholen, um zu einer ausgewogenen Entscheidung zu kommen. Darüber hinaus ist die Geltungsdauer des Schulentwicklungsplanes bis 2010 durch die frühe Fortschreibung eines Teilbereiches infrage gestellt. Dies ist nicht gesetzeskonform und benachteiligt insgesamt die Schulentwicklung in unsrem Landkreis.

Bereits aus diesen beiden Gründen ist die Entscheidung des Kreisausschusses folgerichtig, diesen Erlass zur Fristwahrung vor dem Verwaltungsgericht zu beklagen. Diese Vorgehensweise findet die Zustimmung der GRÜNEN Fraktion.

In der Sache liegt der Schwerpunkt des Erlasses auf den Grundschulen. Das Kultusministerium bestreitet die Zuständigkeit des Kreistages, die Grundschulen in ihrer Selbstständigkeit zu erhalten und argumentiert mit Mindestklassengrößen und Differenzierung des Unterrichtes. Diese beiden Gründe gelten formal aber gerade nicht für Hauptschulen, sondern für die Schulen der Sekundarstufen. In der Sache sind diese Gründe auch gegen die pädagogischen Anforderungen gerichtet.

Die Klage gegen den Erlass kann aber auch nicht heißen, dass alles so bleibt, wie es ist. Wir wissen um die allgemeine demografische Entwicklung und über die Entwicklung der Schülerzahlen in unserem Landkreis. Die zurückgehende Schülerzahl sollte nicht für Einsparungen im Haushalt, sondern als Chance genutzt werden, die Qualität der Bildung in den Schulen zu verstärken. Daher ist auch der fiskalische Ansatz, die Schulleiterstellen der kleinen Grundschulen nicht wieder zu besetzen ein falscher Ansatz, wie es Frau Heinemann vom Staatlichen Schulamt im der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur dargelegt hat. Es gilt vielmehr, das Schüler/Lehrerverhältnis zugunsten kleinerer Klassen zu verbessern. Dabei wird es auch darum gehen, die Zusammenarbeit der kleinen Grundschulen untereinander und mit benachbarten Schulen zu koordinieren. Die Schulen in Willingshausen und in Merzhausen kooperieren bereits seit 2 Jahren schon mit Erfolg. Ich kann mir daher auch gut vorstellen, Schulverbünde herzustellen, die auch für kleine Schulen ein breites Angebot vorhalten könnten. Dies muss aber in der Weise geschehen, dass die Grundschulstandorte gleichwertig sind und somit auch nachhaltig gesichert sind. Diese Standortsicherung für die kleinen Grundschulen ist in Erlass ist nicht gegeben. Bei der im Erlass vorgesehenen Verbundschule mit einer Hauptstelle und einer Außenstelle ist der kleine Schulstandort gefährdet, da die kommunale Ebene bei der Schließungsabsicht einer Außenstelle keine Mitwirkungsmöglichkeit hat.

Es gilt mit dem heutigen Kreistagsbeschluss die aufschiebende Wirkung der Klage für eine breite und ergebnisoffene Diskussion um die betroffenen Grundschulstandorte zu nutzen. Wir sollten mit allen Akteuren des Bildungswesens reden, also mit den Eltern, den Lehrern und den Vertretern des staatlichen Schulamtes, um somit eine zukunftorientierten, wohnortnahes und modernes Bildungswesen für die Kinder zusichern.“

URL:http://www.gruene-schwalm-eder.de/schule-und-bildung/nc/1/